Dokumentation Obersalzberg

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Online Vortrag

Mittwoch, 14. Juli 2021, 17:00 bis 18:30 Uhr

Arthur Eichengrün - ein jüdischer Obersalzberger 

Der Obersalzberg war von 1915 an das Sommerdomizil der Familie von Arthur Eichengrün. Die Kinder aus den umliegenden Bauernhöfen waren häufig zu Gast in seinem Mitterwurflehen. Zu dieser Zeit war der 1867 in Aachen geborene Eichengrün ein angesehener Bürger. Als Pharmazeut und Chemiker bei der Bayer AG war er an bahnbrechenden Erfindungen beteiligt, zu denen auch Aspirin gehört. 1932 verkaufte die Familie das Haus am Obersalzberg. Sie wichen der zunehmenden Präsenz und ersten Drohungen der Nationalsozialisten, die das benachbarte Haus Wachenfeld von Adolf Hitler besuchten. Eichengrün war bereits 1894 offiziell aus dem jüdischen Glauben ausgetreten. Nach dem biologistischen Rassismus der Nationalsozialisten galt er weiter als Jude. Nach 1933 verlor er seine Patente und die von ihm gegründeten Cellon-Werke. 1943 wurde er für mehrere Monate inhaftiert und 1944 nach Theresienstadt deportiert. Arthur Eichengrün überlebte das KZ und starb im Dezember 1949 in Bad Wiessee. 

Der Journalist Ulrich Chaussy stieß Ende der 1980er Jahre bei seinen Recherchen zum Obersalzberg erstmals auf die spannende Biografie, die ihn seither nicht mehr losgelassen hat. In seinem Vortrag wird er den facettenreichen Lebensweg Eichengrüns nachzeichnen und erläutern, warum wir heute so wenig über diesen kreativen Erfinder wissen.


Wir bedanken uns bei allen Zuschauer*innen für ihr Interesse und freuen uns über das tolle Feedback.

Hier geht es zum Mitschnitt des Vortrages:


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