Vortrag

Donnerstag, 25. Juni 2020, 19:00 Uhr

Arthur Eichengrün – ein jüdischer Obersalzberger

Der Obersalzberg war für knapp zwei Jahrzehnte das Sommerdomizil der Familie Eichengrün. Ab 1915 waren die Kinder aus den umliegenden Bauernhöfen häufig zu Gast in Mitterwurflehen von Arthur und Madeleine Eichengrün. Zu dieser Zeit war der 1867 in Aachen geborene Chemiker bereits ein angesehener Bürger. Er machte bahnbrechende Erfindungen, zu denen das Schmerzmittel Aspirin gehört. 1932 verließ die Familie den Obersalzberg. Die Bedrohungen durch Nationalsozialisten, die das benachbarte Haus Wachenfeld von Adolf Hitler besuchten, bedeuteten für Eichengrüns das Ende der einst harmonischen nachbarschaftlichen Idylle. Obwohl Eichengrün bereits 1894 offiziell aus der jüdischen Glaubensgemeinschaft ausgetreten war, galt er in den Augen der NS-Ideologie als Jude. Nach 1933 verlor er seine „Cellon-Werke“ und sein nicht unbeträchtliches Vermögen. 1943 wurde er erst in Berlin inhaftiert und 1944 nach Theresienstadt deportiert. Arthur Eichengrün überlebte das Konzentrationslager und starb Ende 1949 im Alter von 83 Jahren in Bad Wiessee.

Der Journalist Ulrich Chaussy stieß Ende der 1980er Jahre bei seinen Recherchen zum Obersalzberg erstmals auf die spannende Biografie, die ihn seither nicht mehr losgelassen hat. In seinem Vortrag wird er den facettenreichen Lebensweg Eichengrüns nachzeichnen und erläutern, warum wir heute so wenig über diesen kreativen Erfinder wissen. 

Mit Ulrich Chaussy (Journalist und Schriftsteller)

Eintritt frei

Veranstaltungsort: AlpenCongress Berchtesgaden - Kleiner Saal, Maximilianstraße 9, 83471 Berchtesgaden

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