Erweiterung und Neukonzeption der Dokumentation Obersalzberg

Die Planungen, die der Dauerausstellung und dem Ausstellungsgebäude zugrunde liegen, gingen von etwa 30-40.000 Besuchern im Jahr aus. Mit dem stetigen Anstieg der Besucherzahlen nahmen die Platzprobleme in der Dokumentation erheblich zu. Dieses unzureichende Raumangebot führte zu teilweise unzumutbaren Besichtigungs- und Arbeitsverhältnissen. Eine räumliche Erweiterung der Dokumentation Obersalzberg ist daher dringend erforderlich.

Nachdem aufgrund der gravierenden Platzprobleme in der ersten Planungsphase über mehrere, nacheinander durchzuführende kleinere Baumaßnahmen nachgedacht worden war, hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass nur ein Erweiterungsbau, die so genannte „erweiterte große Lösung“ ausreichend räumliche Möglichkeiten bietet, um dem enormen Besucheransturm und den Aufgaben der Dokumentation als internationaler Lern- und Erinnerungsort gerecht werden zu können.  Am 8. Dezember 2011 sprach sich auch der Hochschulausschuss des Bayerischen Landtags  einstimmig für eine Aufwertung der Dokumentation Obersalzberg aus.

Das Staatliche Bauamt Traunstein errechnete nach ersten Voruntersuchungen Baukosten i.H.v. rund 14 Mio € für den Erweiterungsbau. Im Mai 2012 stimmte auch der Gemeinderat des Marktes Berchtesgaden für die Erweiterung für die Erweiterung der Dokumentation Obersalzberg, nachdem bereits der Bauausschuss grünes Licht für die notwendige Änderung des Bebauungplans gegeben hatte.
Nachdem der Bundesbeauftragte für Kultur und Medien die Beteiligung des Bundes an einer Finanzierung abgelehnt hatte, übernahm die Bayerische Staatsregierung die Bereitstellung der Mittel in vollem Umfang. Mit Kabinettsbeschluss vom 10. Juni 2013 bewilligte sie die Finanzierung und stellte im Doppelhaushalt 2013/2014 für die Planungen des Projekts bereits 1,8 Millionen Euro bereit. Damit konnte im Jahr 2014 ein Architektenwettbewerb durchgeführt werden, aus dem am 18. September 2014 der Entwurf der Büros Aicher Ziviltechniker GmbH aus Dornbirn in Österreich und Planstatt Senner aus Überlingen einstimmig als Sieger hervorging.
Für die Umsetzung des Siegerentwurfs und die Umbaumaßnahmen am bestehenden Dokumentations-Gebäude in ein Seminar- und Bildungszentrum veranschlagten die Baubehörden Gesamtkosten in Höhe von 21,35 Millionen Euro. Nicht unumstritten waren dabei im Haushaltsausschuss des Landtags Mehrkosten durch die Freilegung eines Blindstollens gewesen, durch die der Weg durch die Bunkeranlagen künftig als Rundweg konzipiert werden kann. Nach intensiven Debatten gab der Haushaltsausschuss des Bayerischen Landtags am 13. Juli 2017 grünes Licht für den Erweiterungsbau.

In einem zweiten, 2014 ebenfalls EU-weit ausgeschriebenen Wettbewerbsverfahren wurde im Frühjahr 2015 das Gestaltungsbüro ramicsoenario aus Berlin mit der Gestaltung der neuen Dauerausstellung beauftragt.

Bei einem Ortstermin in der Dokumentation Obersalzberg am 21. November 2016 stellte der Bayerische Finanzminister Markus Söder den Zeitplan für den Erweiterungsbau vor. Im Frühjahr 2017, so der Minister auf einer Pressekonferenz in der Dokumentation, werde mit den Bauarbeiten begonnen.

Mit dem geplanten Erweiterungsbau vervierfacht sich auch die Ausstellungsfläche. Die vom Institut für Zeitgeschichte erarbeitete neue Dauerausstellung werde dann, so der Minister,  „wissenschaftlich–didaktische Geschichtsvermittlung auf höchstem Niveau“ garantieren. Gemeinsam mit Landrat Georg Grabner, der als Vorsitzender der Berchtesgadener Landesstiftung Träger der Dokumentation ist,  dem Berchtesgadener Bürgermeister Franz Rasp und der örtlichen Landtagsabgeordneten Michaela Kaniber bekräftige der Minister die Bedeutung des geplanten Neubauprojektes für die Geschichtsvermittlung an einem sensiblen Ort wie dem Obersalzberg.  „Damit kann künftig noch intensiver zur Entmystifizierung des Ortes beigetragen werden“, sagte Söder.

Der Neubau und damit auch die neue Ausstellung sollen nach derzeitiger Planung im Laufe des Jahres 2020 fertiggestellt werden

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