Die Dokumentation Obersalzberg ist ein vom Institut für Zeitgeschichte, München - Berlin betreuter Lern- und Erinnerungsort zur Geschichte des Obersalzbergs und der NS-Diktatur. Wegen der Funktion und Bedeutung des Obersalzbergs als zweiter Regierungssitz des Dritten Reiches beschränkt sich die Dauerausstellung im Unterschied zu vergleichbaren Einrichtungen nicht auf die Ortsgeschichte, sondern verbindet diese mit den zentralen Erscheinungsformen des nationalsozialistischen Regimes. Sie will hohen fachlichen Ansprüchen genügen, wendet sich aber primär an den historischen Laien. Ihr Ziel ist es, den Besucher wissenschaftlich fundiert, aber allgemein verständlich über das historische Geschehen zu informieren und Anstöße zur analytischen Verarbeitung zu geben.

Ergänzend zu der Dauerausstellung erfüllt die Dokumentation Obersalzberg ihren Auftrag mit Wechselausstellungen, Vorträgen und Veranstaltungen sowie einem umfangreichen Bildungsangebot. Sie dient damit der historischen Aufarbeitung der NS-Vergangenheit. Dadurch soll nicht zuletzt dem alten und neuen Rechtsextremismus entgegengewirkt werden, der seine Anziehungskraft, besonders für Jugendliche, vor allem aus der Reaktivierung ideologischer Fiktionen und politischer Parolen des Nationalsozialismus bezieht.

Durch die Verbindung von Wissenschaftsinstitut und Bildungseinrichtung unter dem gemeinsamen Dach des Instituts für Zeitgeschichte bietet sich daher die einmalige Gelegenheit, die historischen Forschungsergebnisse einem breiten und internationalen Publikum zugänglich zu machen und sie in einem weiten, politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Umfeld zu diskutieren.

 

Die Dokumentation Obersalzberg wurde vom Freistaat Bayern in Auftrag gegeben, durch das Institut für Zeitgeschichte konzipiert und realisiert und am 20. Oktober 1999 eröffnet. 2005 erhielt die Dokumentation einen Erweiterungsbau mit Seminarräumen, 2006 wurde der neue Ausstellungsraum in der Bunkeranlage für Wechselausstellungen fertiggestellt.

Träger der Dokumentation ist seit Eröffnung 1999 die Berchtesgadener Landesstiftung, die den Betrieb auf den Zweckverband Tourismusregion Berchtesgaden-Königssee übertragen hat. Die wissenschaftliche und museumsfachliche Leitung liegt beim Institut für Zeitgeschichte, München - Berlin. Staatlicherseits wird die Dokumentation als Liegenschaft des Freistaats vom Bayerischen Staatsministerium der Finanzen betreut.

 

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18.08.2017

Aufgrund von Bauarbeiten sind die Bunkeranlagen in der Dokumentation Obersalzberg am 22. und 23. August, evtl. noch am 24. August 2017 für den Besucherverkehr geschlossen. Wir bitten Sie um Ihr Verständnis. Das übrige Gebäude der Dokumentation ist zu den bekannten Öffnungszeiten weiterhin erreichbar. Weitere Informationen finden Sie hier.

12.07.2017

Mit bislang 66.807 Besucherinnen und Besuchern kann sich die Dokumentation Obersalzberg über das zweitbeste Halbjahresergebnis ihres Bestehens freuen. Weitere Informationen finden Sie hier.

07.07.2017

Die Dokumentation Obersalzberg sucht Exponate für die neue Dauerausstellung und hofft auf viele spannende Dachboden-Funde. Was sich dort so alles verbergen kann, präsentierten drei Gäste gestern Medienvertretern. Sie stellten Objekte vor, die sie uns zur Verfügung gestellt hatten: Vom Fotoalbum über ein Schulheft der Mutter bis hin zum Kindergasbettchen –  zum Schutz von Säuglingen, die noch keine Gasmaske tragen konnten. Das Team der Dokumentation hatte noch weitere Stücke aus der Sammlung mitgebracht: Feldpost, den Entlassungsschein eines Berchtesgadeners aus dem KZ Mauthausen oder ein Motivkissen mit Hitlers
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03.07.2017

Wie konzipiert man eine Ausstellung? Die neue Ausstellung soll auf dem aktuellsten Stand der historischen Forschung und der Museumsdidaktik sein. Deshalb besucht das KuratorInnenteam regelmäßig Fachtagungen, um das Konzept mit Expertinnen und Experten aus verschiedenen Disziplinen und Ländern zu diskutieren. Anfang Juli veranstaltete der Leiter Axel Drecoll gemeinsam mit Frank Bajohr, dem Leiter des Zentrum für Holocaust-Studien, und dem Tourismusforscher John Lennon von der Glasgow Caledonian University eine internationale Konferenz zum Thema „Dark Touris
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