6. Winterausstellung
Juni 1941 - Der tiefe Schnitt
24 Biografien aus dem Krieg gegen die Sowjetunion
Eine Ausstellung des Deutsch-Russischen Museum Berlin-Karlshorst
Eröffnung: 20. Oktober 2011, 19.00 Uhr
Laufzeit: 21. Oktober 2011 bis 4. März 2012
Am 22. Juni 1941 – vor nunmehr 70 Jahren – begann unter dem Decknamen Unternehmen Barbarossa der Angriff der deutschen Wehrmacht und ihrer Verbündeten auf die Sowjetunion. Dieser Krieg unterschied sich in seinem Charakter grundsätzlich von den vorangegangenen Kriegen. Die deutsche Wehrmacht plante und führte ihn von Anfang an als Vernichtungskrieg und missachtete dabei völkerrechtliche Normen. Deutsche Kriegführung und Besatzungspolitik kostete 27 Millionen Sowjetbürgern das Leben, davon 14 Millionen Zivilisten. Kein anderes europäisches Land hat während des Zweiten Weltkriegs mehr Soldaten und Zivilisten verloren.

- Deutsch-Russisches Museum Berlin-Karlshorst / Foto: Iwan Schagin
Aus diesem Grund hat sich der 22. Juni 1941 in das Gedächtnis von Russen, Weißrussen und Ukrainern tief eingebrannt. In Deutschland dagegen ist das Datum kaum bekannt – trotz der in den letzten Jahren verstärkt geführten Diskussion um die Verbrechen der Wehrmacht.
Die Ausstellung „Juni 1941 – Der tiefe Schnitt“ wurde vom Deutsch-Russischen Museum Karlshorst konzipiert. Sie stellt 24 Menschen – prominente ebenso wie unbekannte – vor, für die der 22. Juni 1941 auf sehr unterschiedliche Weise zur biografischen Zäsur, zum tiefen Schnitt in ihrem Leben wurde. Menschen wurden zu Tätern, Opfern und Zuschauern. Exemplarisch zeigt sich so die Bandbreite von Schicksalen auf sowjetischer wie auch auf deutscher Seite.

- Deutsch-Russisches Museum Berlin-Karlshorst, Foto: Iwan Schagin

- Deutsch-Russisches Museum Berlin-Karlshorst, Foto: Timofej Melnik
Die Generationen, die uns heute noch aus eigenem Erleben über die Ereignisse berichten können, sterben langsam aus. Die Betroffenen hat der Krieg vielfach bis an ihr Lebensende geprägt. So berichtete der Sohn eines der in der Ausstellung Portraitierten jüngst, dass sein Vater bis zu seinem Tod 2010 immer wieder seine traumatischen Kriegserlebnisse niedergeschrieben habe.
Auch 70 Jahre nach dem 22. Juni 1941 ist es wichtig, die Erinnerungen lebendig zu halten. Dabei ist es in der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt, dass die ersten konkreten Planungen zu diesem rassen-ideologischen Angriffs- und Vernichtungskrieg seit Sommer 1940 in der Idylle des Obersalzbergs erwogen wurden. Hier, mit Blick auf den Untersberg, unterzeichnete Hitler dann auch am 18. Dezember 1940 die Weisung Nr. 21, „Fall Barbarossa“, den Befehl an die Wehrmacht, sich auf den Einmarsch in die Sowjetunion vorzubereiten, der die deutschen Truppen schließlich in den Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion führte. Aus diesem Grunde zeigt die Dokumentation Obersalzberg die Ausstellung „Der tiefe Schnitt“ ab 21. Oktober 2011 als 6. Winterausstellung.
Flyer zum Download
Für Ausstellungsbilder in größerer Auflösung wenden Sie sich bitte an die Presseabteilung des Deutsch-Russischen Museums Berlin-Karlshorst.
Zur Winterausstellung wird ein pädagogisches Begleitprogramm mit
Führung durch die Winterausstellung "Juni 1941. Der tiefe Schnitt"
und
Workshop "Ge(h)denken"
angeboten.
Weitere Informationen zum Downloaden finden Sie hier!
Montagsformum im Gasteig in München
Europa und der Nationalsozialismus: Die Sowjetunion / Russland
Geschichte und Gedächtnis
Das Montagsforum "Europa und der Nationalsozialismus" der Münchner Volkshochschule (Offene Akademie) widmet sich im Wintersemester 2011/2012 der Sowjetunion / Russland. Die Veranstaltungsreihe ergänzt die Winterausstellung "1941 - Der tiefe Schnitt". Das genaue Programm finden Sie hier!
Kann es ein vereintes Europa ohne Kenntnis der gemeinsamen Geschichte geben, und zwar gerade auch ihrer Brüche und schmerzhaften Bezüge? Das Montagsforum "Europa und der Nationalsozialismus" folgt den zerstörerischen Spuren des Nationalsozialismus durch Europa, beleuchtet die Folgen der NS-Politik für unsere Nachbarn, fragt nach Widerstand und Kollaboration, schaut auf fortdauernde Bruchstellen im bilateralen Verhältnis und diskutiert über unterschiedliche Erinnerungskulturen und Geschichtspolitik.
Im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft Arbeit und Leben gefördert vom Kulturreferat der Landeshauptstadt München.
Bisherige Winterausstellungen












