5. Winterausstellung 2010-2011

"Im Objektiv des Feindes"

Die deutschen Bildberichterstatter im besetzten Warschau 1939 – 1945
Eine Ausstellung des »Hauses der Begegnungen mit der Geschichte«, Warschau, in Zusammenarbeit mit der Polnischen Akademie der Wissenschaften und dem Herder-Institut Marburg, dem Bundesarchiv Koblenz und der Stiftung Preußischer Kulturbesitz mit der Bildagentur bpk und dem Museum Europäischer Kulturen – Staatliche Museen zu Berlin im Rahmen des Föderalen Programms der Stiftung Preußischer Kulturbesitz.

22. Oktober 2010 bis 1. Mai 2011

Warschau 1939: Eine von pulsierendem Leben erfüllte Stadt mit 1,3 Millionen Einwohnern, davon rund 350.000 Juden. Mit dem Einmarsch der deutschen Truppen am 1. September 1939 ändert sich das Bild der Stadt. Warschau wird zu einem Ort der Schikanen, der Repressionen und der Vernichtung. Während des Zweiten Weltkrieges verlieren rund 700.000 Einwohner, darunter fast die gesamte jüdische Bevölkerung, ihr Leben. 1945 ist Warschau eine fast menschenleere und zerstörte Stadt.

Propagandistischer Blick auf Warschau

Aufgenommen durch das »Objektiv des Feindes«, stammen die Fotografien von den Propaganda-Kompanien der Wehrmacht und der Waffen-SS in den Jahren 1939–1945. Durch die Linse der deutschen Kriegsberichterstatter wird die propagandistische Sichtweise auf die besetzte Stadt Warschau und ihre Bewohner gezeigt: der »Septemberfeldzug«, die Zerstörungen, die Repressionen gegenüber der jüdischen und nichtjüdischen Bevölkerung, der Alltag in der besetzten Stadt und im Warschauer Ghetto bis zu dessen Vernichtung nach dem Ghetto-Aufstand vom April–Mai 1943, schließlich der Warschauer Aufstand (August–Oktober 1944) und die Vernichtung der Stadt zwischen Oktober 1944 und Januar 1945.

Die chronologisch-thematisch geordneten Fotografien zeigen die Geschichte der Stadt in den Jahren des Krieges und der Besatzung. Zwar lassen manche der Aufnahmen, vor allem die von Joe Heydecker, auf eine gewisse Haltung der Empathie gegenüber den Fotografierten schließen. Vor allem aber dienten die Aufnahmen als Mittel der NS-Propaganda: Sie sollten den Angriff Hitlers auf Polen im September 1939 rechtfertigen und wurden von deutschen Massenmedien dazu benutzt, Polen als Todfeind des Dritten Reiches darzustellen.

Die Kuratoren der Ausstellung, Danuta Jackiewicz und Eugeniusz Cezary Król, trafen ihre Auswahl aus Bildmotiven, die in den Jahren 1939 bis 1945 von den Propaganda-Kompanien der Wehrmacht und der Waffen-SS in Warschau aufgenommen wurden. Die Fotografien stammen aus dem Bundesarchiv, in dem 1,1 Millionen Originalnegative der Propagandakompanien der Wehrmacht bewahrt werden, und der Bildagentur bpk der Stiftung Preußischer Kulturbesitz in Berlin, die über Presseabzüge dieser Fotos verfügt.
Ein geschichtswissenschaftlicher Kommentar der Autoren begleitet die ausgestellten Fotos, ergänzt durch weite re Dokumente aus Beständen des Bundesarchivs.

Erstmals präsentiert die Dokumentation Obersalzberg mit »Im Objektiv des Feindes« eine zweisprachige Wanderausstellung. Finanziell gefördert wurden das deutsch-polnische Kooperations- und Forschungsprojekt von der Stiftung für Deutsch-Polnische Zusammenarbeit und die durch das Herder-Institut umgesetzte Wanderausstellung durch das Föderale Programm der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Die ausgewählten Fotografien sind in Deutschland größtenteils erstmals öffentlich zu sehen. Nach Stationen in Warschau, Berlin, Koblenz, Marburg, Dresden, Bautzen, Frankfurt/Oder und Wien ist die Dokumentation Obersalzberg die 9. Station der Wanderausstellung.

Flyer zum Downloaden



Bisherige Winterausstellungen


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Das 16. Obersalzberger Gespräch "'Zwischen den Verhören'.Szenische Lesung zu den Nürnberger Prozessen 1945/46" findet am 23. September 2010 um 19.30 Uhr statt.

19.07.2010

Die Dokumentation Obersalzberg konnte ihren  1,5 Millionsten Besucher begrüßen. Es war Familie Schaffhauser aus Altenburg in Thüringen, die die Dokumentation während ihres Urlaubs in Bayerisch Gmain besuchte.