Plünderer in den Ruinen

In den Bunkern am Obersalzberg, vor allem im Platterhof-Bunker, lagerten bei Kriegsende enorme Mengen an Lebens- und Genussmitteln, Kleidung, Bettwäsche usw.;  auch das Mobiliar aus den Wohnhäusern war hier zum Teil in Sicherheit gebracht worden. Nach  Auflösung der Verwaltung Obersalzberg und der Flucht der Obersalzberg-SS war das Gebiet Anfang Mai 1945 kurze Zeit für jedermann frei zugänglich. Die Menschen aus Berchtesgaden und Umgebung gingen „plündern“.

Auch die GI’s beteiligten sich an den Plünderungen. Sie hatten es weniger auf Lebensmittel als auf Souvenirs abgesehen, die sie an ihren größten Triumph erinnern und in der Heimat Eindruck machen sollten. Sie nahmen mit, was nicht niet- nagelfest war: Fotoalben, Bücher, Schallplatten, Hitlers Globus und Ehrenbürgerurkunden und  kleinere Einrichtungsgegenstände bis hin zu den Toilettenschüsseln aus dem Hitlerbunker. Die wenigsten waren sich wohl bewusst, welchen Wert die von ihnen mitgenommenen Gegenstände ein halbes Jahrhundert später im einschlägigen Devotionalienhandel erlangen würden.

Die Soldaten fanden auch Akten, die später in den Nürnberger Prozessen wichtige Beweisdokumente der Anklage waren.