Obersalzberg 1945 - 1995

Stocknägel und Ansichtskarte mit dem Berghof als Motiv (Mitte 1990er Jahre).

Nach 1945 stand der Obersalzberg ganz im Schatten seiner Rolle in der NS-Zeit. Ein einfaches Anknüpfen an die Tradition des gehobenen Ferien- und heilklimatischen Höhenkurorts wie vor 1933 war nicht möglich. Der Nachkriegstourismus am Obersalzberg war vom ersten Tag an durch das Spannungsverhältnis von „Vermarktung und Verdrängung“ der NS-Vergangenheit  geprägt. Während das offizielle Berchtesgaden die braune Vergangenheit des Ortes am liebsten totschwieg, nutzten clevere Geschäftsleute die Anziehungskraft des Obersalzbergs auf Geschichtstouristen, NS-Nostalgiker und Rechtsextremisten für einträgliche Geschäfte.
Auf Verlangen der amerikanischen Besatzungsmacht wurden deshalb 1951/1952 die meisten Gebäude des ehemaligen Führersperrgebiets beseitigt und das Areal zum Teil aufgeforstet. Erhalten blieben nur wenige Bauwerke, u. a. die zwischen 1943 und 1945 errichtete Bunkeranlage und das Kehlsteinhaus. Im Gegenzug zu der Sprengung der NS-Bauten am Obersalzberg hatten die Amerikaner erlaubt, dass das Kehlsteinhaus mit Kehlsteinstraße ab der Saison 1952 touristisch genutzt werden durfte. Seit dem 1. April 1952 ist in dem Haus eine Berggaststätte untergebracht.

Werbeblatt der Recreation Area

Von 1947 bis 1995 nutzten die Amerikaner Teile des Obersalzbergs als "Armed Forces Recreation Center". 1953 hatte der Freistaat Bayern der dauerhaften Einrichtung der seit 1947 bestehenden Recreation Area der US-Army zugestimmt. Im Gegenzug gab diese über 400 beschlagnahmte Räume in Berchtesgadener Hotels frei, die dringend für den Fremdenverkehr benötigten wurden. Die Amerikaner legten Tennisplätze, Skilifte sowie einen Golfplatz an. Der ehemalige "Platterhof" wurde zum "Hotel General Walker", das Atelier Albert Speers diente unter dem Namen "Evergreen Lodge" als Unterkunft für höhere Offiziere, der Gutshof wurde als "Skytop Lodge" und das ehemalige Haus Dietrich Eckarts als "Hinterbrand Lodge" genutzt. Die Amerikaner waren ein bedeutender, wenn nicht der bedeutendste, wirtschaftliche Faktor Berchtesgadens.

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Aktuelle Infos RSS-Feed

11.05.2012

Die Dokumentation Obersalzberg beteiligt sich am Museumstag 2012. Am Sonntag, den 20. Mai sind Eintritt und Audioguides kostenlos ebenso wie die Teilnahme an öffentlichen Führungen. Mehr dazu finden Sie hier.

08.05.2012

Das Institut für Zeitgeschichte, München - Berlin besetzt zum 1. August 2012 für die Dokumentation Obersalzberg (Dienstort Berchtesgaden) unbefristet die Stelle eines Museumspädagogen/einer Museumspädagogin in der Vergütungsgruppe  E 12 TV-L.
Das IfZ strebt eine Erhöhung des Anteils von Frauen an und bittet qualifizierte Frauen ausdrücklich um ihre Bewerbung.
Die Bewerbungen geeigneter Schwerbehinderter sind erwünscht.
Weitere Informationen finden Sie hier. Auskünfte erteilen: Nina Riess Tel. +49 (0) 8652/ 94 79 - 622 oder Albert A. Feiber, Tel. +49 (0) 89 / 12 688 173.
Bewerbungen mit den üblichen Unterlagen werden bis zum 15. Juni 2012 erbeten an den Direktor des IfZ, Prof. Dr. Andreas Wirsching, Leonrodstraße 46b, 80636 München, Deutschland.

08.05.2012

19. Obersalzberger Gespräch am Donnerstag, 24. Mai 2012, 19.00 Uhr: Prof. Dr. Harald Welzer spricht zum Thema "Extreme Gewalt und Nachkrieg. Wie aus Soldaten Opas werden.

29.04.2012

Ab sofort finden an 5 Tagen die Woche öffentliche Führungen statt. Mehr Informationen dazu finden Sie hier.

19.04.2012

Die Auffahrt aus Berchtesgaden zum Obersalzberg ist gesperrt. Bitte nutzen Sie die Umleitung über Oberau. Wenn Sie aus Richtung Bad Reichenhall/Berchtesgaden kommen, müssen Sie daher 15 weitere Minuten für die Anfahrt berechnen.