Bisherige Obersalzberger Gespräche
17. Obersalzberger Gespräch
Donnerstag den 14. April 2011 um 19.30 Uhr
Im Schatten der Mozartkugel
In Salzburg ist die Gegenwart - fast unsichtbar und doch immer spürbar - mit den Abgründen der nationalsozialistischen Vergangenheit verbunden. Auf engstem Raum sind Hitlers und Himmlers Machtzentren mit den Schicksalen heimischer Widerständler verknüpft - Gegensätze, die dieser neue Reiseführer erstmals begehbar macht. Im Schatten von Mozartkugeln und prachtvollen Bergen findet man in Salzburg unzählige braune Flecken der Vergangenheit. Auf dem Obersalzberg befand sich Hitlers globale Machtzentrale. Der Massenmörder Heinrich Himmler lebte in jener Villa, die der Familie Trapp geraubt worden war. Es wundert nicht, dass Salzburg niemanden kalt ließ und lässt. Von den 61 Erinnerungsorten aus dem Reiseführer werden folgende 8 auf deutscher und österreichischer Seite vorgestellt:
- Repräsentationsschloss Kleßheim – Barocke Tarnung für Hitlers Europa
- Das Festspielhaus – Totaler Krieg der Kulturen
- Die Villa Trapp – Haus des Himmels und der Hölle
- Schloss Fuschl – Wo Rippentrop sich von seinen Verbrechen erholte
- Die Gedenkstätte Surberg – in der KZ-Häftlinge auf dem Todesmarsch von der SS ermordet wurden
- Hitlers Flughafen in Ainring – Take off in den zweiten Weltkrieg
- Die Kaserne Bad Reichenhall – Schmutziger Krieg unterm Edelweiß
- Die zweite oder kleine Reichskanzlei in Stanggass
16. Obersalzberger Gespräch
Donnerstag den 23. September 2010 um 19.30 Uhr
"Zwischen den Verhören"
Szenische Lesung zu den Nürnberger Prozessen 1945/46
Aus Gesprächen, die er mit den Angeklagten in ihren Zellen führte, entstand das "Nürnberger Tagebuch" des amerikanischen Gefängnispsychologen Gustave M. Gilbert. Besonders die Äußerungen Hermann Görings, Hjalmar Schachts und Albert Speers vermitteln einen tiefen Einblick in die Psyche und Mentalität der ehemaligen Herrschaftselite, die sich der Verantwortung für die ihr zur Last gelegten Verbrechen zu entziehen versuchte und deren Rechtfertigung einer Demaskierung gleichkommt.
Textzusammenstellung: Rochus Castner
Regie: Tina Geissinger, Staatstheater Nürnberg
Audioeinspielungen: Bayerischer Rundfunk, Studio Nürberg
Audio-Einblendungen: Eckart Dietzfelbinger und Wolfgang Drebber
Erzählerin: Renate von Heckel
Es lasen: Grudrun Bail, Dietrich von Heckel, Georg Schudrowitz und
Rochus Castner
15. Obersalzberger Gespräch
Donnerstag den 22. April 2010 um 19.30 Uhr
"Kind L 364 - Eine Lebensborn-Familiengeschichte"
Dorothee Schmitz-Köster studierte Germanistik, Philosophie und Sozialwissenschaften in Bonn und promovierte über DDR-Literatur. Seit 1985 arbeitet sie als freie Hörfunkjournalistin und Autorin. Zahlreiche Rundfunkbeiträge und Buchveröffentlichungen. Dorothee Schmitz-Köster lebt in Berlin.
Sie erzählt auf der Grundlage von Interviews mit Heilwig Weger und ihrer Familie eine dramatische Biographie im Schatten des Lebensborn – und ein
Stück deutsche Zeitgeschichte.
Das Mädchen Heilwig kommt 1938 im Bayerischen Lebensbornheim Steinhöring zur Welt. Dort wird Heinrich Himmler auf die beiden aufmerksam, und vier Jahre später heiratet die Mutter den SS-General und Himmler-Vertrauten Oswald Pohl. Der adoptiert Heilwig, und das Mädchen wächst in höchsten NS-Kreisen auf.
Mit dem Kriegsende beginnt der Absturz. Die Familie flieht vor der Roten Armee, der Adoptivvater wird in Nürnberg zum Tode verurteilt und 1951 hingerichtet. ...
14. Obersalzberger Gespräch
Donnerstag, den 01. Oktober 2009, 19.30 Uhr
"Lüge, Leugnung, Langeweile und Humorlosigkeit - der Nährboden für Menschenverachtung und Tyrannei"
Ein Vortrag von Pater Dr. Johannes Pausch, Prior des Europaklosters Gut Aich
13. Obersalzberger Gespräch
Donnerstag, den 30. April 2009, 19.30 Uhr
Lesung und Gespräch mit Katrin Himmler
In der Familie Katrin Himmlers wurde über die Verbrechen Heinrich Himmlers offen gesprochen. Den Erzählungen nach galt ihr Großonkel Heinrich als der ungeratene Außenseiter eines humanistisch gebildeten Elternhauses, seine Brüder Gebhard und Ernst hingegen hätten mit der Politik des NS-Regimes nicht viel zu tun gehabt. Als sie den Spuren ihres seit 1945 vermissten Großvaters Ernst nachgeht, stößt Katrin Himmler auf eine viel tiefere Verstrickung von Heinrichs Brüdern. Als frühe Anhänger der Partei profitierten die beiden nicht nur von den neuen Verhältnissen nach 1933, sondern unterstützen mit ihrer Tätigkeit im Reichserziehungsministerium und im Reichsrundfunk engagiert das NS-Regime. Noch inmitten zerbombter Städte wollten die Brüder gemeinsam mit Heinrich Zukunftspläne für die nächsten zwanzig Jahre schmieden. Katrin Himmler erzählt die Geschichte einer Familie, in der es kein Mitleid mit den Verfolgten, sondern Einverständnis mit den politischen Verhältnissen gab bei den Ehefrauen, den Freunden, dem Schwager und bei Heinrichs Geliebter Hedwig Potthast, für die der Reichsführer SS noch 1944 die Villa Schneewinkel in der Schönau von einem Außenkommando des KZ Dachau herrichten ließ. In ihrer ungewöhnlichen Auseinandersetzung mit der Vergangenheit kann die Autorin auf zahlreiche unveröffentlichte Briefe und persönliche Dokumente aus den Familiennachlässen zurückgreifen und schließt damit auch Lücken in der bisherigen historischen Forschung.
12. Obersalzberger Gespräch
Donnerstag, den 16. Oktober 2008, 19.30 Uhr
Neue Geschichten vom "Nachbarn Hitler"
Operation Foxley - wie die Briten Hitler am Obersalzberg töten wollten und der verfemte Volkskünstler Gerhard Marcks am Obersalzberg
Ein Vortrag mit Bildern und Dokumenten von dem bekannten BR-Journalisten Ulrich Chaussy, München
pdf-Download des Artikels "Neue Geschichten vom 'Nachbarn Hitler' - 12. Obersalzberg Gespräch mit Autor Ulrich Chaussy" im Berchtesgadener Anzeiger vom 22. Oktober 2008
11. Obersalzberger Gespräch
Donnerstag, 17. April 2008, 19.30 Uhr
"Die Frau an seiner Seite"
Szenische Lesung zur Rolle der SS-Frauen mit den Berliner Schauspielerinnen Inge Dietrich, Joanne Gläsel und Sabine Werner.
Während sich die Ehefrauen um Haushalt und Nachwuchs kümmern, organisieren die SS-Männer die Judenvernichtung, arbeiten als KZ-Kommandanten oder als Ärzte, die sich mit der Auslese "unwerten Lebens" befassen. Und die Frauen? Als Sonnenschein am heimischen Herd instrumentalisiert, übernahmen sie ihre Rolle mehr oder weniger freiwillig. Viele lebten während der NS-Zeit am Einsatzort ihrer Männer. Sie waren durch ihre täglichen Gespräche und halbprivaten Begegnungen in ihren Häusern über vieles informiert, was nationalsozialistische Vernichtungspolitik bereits veranlasst hatte, bzw. als nächstes plante.
Die Lesung beleuchtete ein noch wenig erforschtes Kapitel der NS-Gschichte: Frauen als Täterinnen. Juristisch ohne Schuld. Worin genau bestand ihre Mittäterschaft?



















