Wissenschaftsminister Heubisch lobt Dokumentation Obersalzberg
60 Jahre Institut für Zeitgeschichte
Wissenschaftsminister Heubisch lobt Dokumentation Obersalzberg / offen für kritische Edition von Hitlers „Mein Kampf“
(Pressemeldung des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst vom 26. Juni 2009)
Anlässlich des 60-jährigen Bestehens des Instituts für Zeitgeschichte in München betonte Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch den wichtigen Beitrag, den das Institut durch die Aufarbeitung des Nationalsozialismus für die Demokratie in der Bundesrepublik geleistet habe. „Der Umgang mit wissenschaftlich brisanten Themen und den nationalsozialistischen Quellen erfordert ein außergewöhnliches Maß an Verantwortung. Das Institut für Zeitgeschichte hat dieses in seiner langjährigen Geschichte immer wieder unter Beweis gestellt, sei es nun bei der Erstellung von Gutachten im Frankfurter Auschwitz-Prozess, der kritischen Edition der Goebbels-Tagebücher oder bei der Konzeption der Ausstellung auf dem Obersalzberg. Die Art und Weise, wie das Institut die Ausstellung wissenschaftlich begleitet, gehört zum Besten was politische Bildung in Bayern zu bieten hat.“ Die Erforschung des Nationalsozialismus sei stets ein Kernbestandteil der wissenschaftlichen Aufgabe des Instituts gewesen. Die Ausdehnung des Forschungsinteresses auf die Zeit vor 1933 und nach 1945 symbolisiere aber auch die zukunftsgerichtete Dynamik des Instituts.
Heubisch signalisierte in seiner Rede Offenheit für die Idee einer historisch-kritischen Edition von Hitlers „Mein Kampf“: „Es besteht die Gefahr, dass Scharlatane und Neonazis sich dieses Schandwerks bemächtigen, wenn das Urheberrecht des Freistaats Bayern abgelaufen ist. Deshalb bin ich der Meinung, wir brauchen eine wissenschaftlich fundierte, hervorragend ausgearbeitete kritische Edition. So können wir kraftvoll eintreten für eine politische Bildung nach freiheitlich-demokratischen Grundwerten - gerade für unsere jungen Menschen.“ Damit stelle eine solche kritische Edition auch das aktive Eintreten gegen eine braune Ideologie dar, so Heubisch weiter.




