Dokumentation Obersalzberg

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Rezensionen zum Pädagogischen Koffer

 

Material-Tipp

Dokumentation Obersalzberg

Der „Koffer“ zur „Dokumentation Obersalzberg“ hat das dezidierte Ziel, möglichst viele Institutionen mit historisch-politischen Bildungsangeboten zu erreichen. Diese können das Material nicht nur zur Vorbereitung eines Besuchs der sehenswerten „Dokumentation Obersalzberg“ bei Berchtesgaden verwenden, sondern auch auf vielfältige Weise im zeitgeschichtlichen Unterricht einsetzen.

Zentral unter den sechs enthaltenen Medien ist der Ausstellungskatalog „Die tödliche Utopie“ (1), ein Kompendium, das sich auf das besondere Konzept der Dokumentation bezieht. Es geht weniger um die Präsentation originaler Ausstellungsstücke, als vielmehr um eine pädagogisch relevante Aufbereitung des Gesamtphänomens Nationalsozialismus.

Um das Herrschaftssystem thematisch so breit wie möglich sichtbar zu machen, sind sowohl der Terrorapparat, der Völkermord, der Weltkrieg und der Widerstand als auch die Kehrseite – der Hitler-Kult und die Volksgemeinschafts-Ideologie – Gegenstand der Darstellung. Die detaillierte Chronik des Katalogs macht eine schnelle Orientierung auf der Zeitleiste und zugleich die Zuordnung der Daten zu den thematischen Schwerpunkten durch Symbole möglich.

Das Pädagogische Handbuch (2), gegliedert nach den Schwerpunkten der Dokumentation und in erster Linie, aber nicht nur, zur Erarbeitung der Ausstellung gedacht, eröffnet methodisch abwechslungsreiche Zugriffe auf Bildmaterial und Text-Reproduktionen, Karten und Organigramme, Filme und Hörproben, darunter seltene bzw. neu erarbeitete Materialien, die im Katalog (1) und den anderen Medien des Koffers (3-6) zu finden sind. Es gibt didaktische und Lösungshinweise zu den nach drei Anforderungsniveaus gestaffelten und aufwendig gestalteten Arbeitsblättern (pdf-Dateien). Es werden Arbeitsvorschläge gemacht und dabei die ausgezeichneten Bild- und Textquellen sowie Tondokumente einbezogen. Eine vierte (Word-) Version der Arbeitsblätter bietet einen Themenpool, der nach Bedarf verändert werden kann und in Leistungskursen die Grundlage für eigene Recherche bietet.

Besonders hingewiesen sei auf die DVD Obersalzberg (5), die sich vorzüglich dazu eignet, sich dem Nationalsozialismus von einer weithin unbekannten und zugleich auch für jüngere Schüler verkraftbaren Seite zu nähern. Das Gegenteil ist bei den Szenen aus dem Zweiten Weltkrieg der Fall (6). Das gezeigte Propagandamaterial (UFA und Wochenschau) und die Soldatenfilme bieten für die Oberstufe ein weites Feld für die Analyse von „Bildern, die lügen“.

Da der „Pädagogische Koffer“ der Dokumentation Obersalzberg ausdrücklich als Beitrag zur „Schule in der Demokratie“ gesehen wird, kann er zu einem sehr günstigen Preis erworben werden. Er ist nicht nur deshalb für die Anschaffung in Schulen mit Nachdruck zu empfehlen. Er ist auch eine Einladung an Schulklassen, eine Klassenfahrt nach Berchtesgaden zu planen.

Amrei Stupperich, Hannover in: Praxis Geschichte, Heft 2/ 2006, Westermann Verlag.

 

Verband der Geschichtslehrer Deutschlands / Landesverband Niedersachsen:

Für Schulen hat das Institut für Zeitgeschichte, München – Berlin, das die Dokumentation wissenschaftlich betreut, einen „Pädagogischen Koffer“ erarbeitet, der sich in hervorragender Weise zur Vorbereitung und Nachbereitung eines Besuchs auf dem Obersalzberg eignet, aber auch unabhängig von einem Besuch wichtige und sehr gute Dienste leistet.

Website des Landesverbands Niedersachsen des Verbands der Geschichtslehrer Deutschlands
www.vgd-nds.de/index.php?pid=7&id=867

 

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