Rezensionen zur Erstauflage 1999

Militärgeschichte. Zeitschrift für historische Bildung

Das "Dritte Reich" hat Konjunktur, wenn man den zahlreichen Neuerscheinungen auf dem Büchermarkt glauben will. ... Leider sind die meisten der lesenswerten neuen Bücher nicht besonders preisgünstig, und die wenigsten sind für eine schnelle Lektüre geeignet. Das Institut für Zeitgeschichte (IfZ) in München zeigt mit seiner hier besprochenen Veröffentlichung, daß es durchaus auch anders gehen kann.
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Zum Buch: Ein einführendes Kapitel widmet sich Baugeschichte und Nutzung des gesamten Areals durch Hitler und die NS-Führung. Es folgt eine umfangreiche Darstellung zu Geschichte und Wesen der NS-Diktatur. Sie gibt im wesentlichen den Inhalt der Ausstellung wieder. ... Verschiedene Autoren stellen zunächst die Grundzüge der jeweiligen Politikfelder vor und ergänzen sie anschließend mit einem Blick in die Ausstellung. Eine Auswahl an Bildern und Grafiken sowie erläuternde Texte vermittelt dem Leser einen Eindruck von der Ausstellung. Alle wichtigen Lebens- und Politkbereiche der NS-Diktatur werden auf diese Weise erfaßt.
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Auszugsweise ergänzen wichtige Dokumente in allen Abschnitten die Darstellung, so etwa Himmlers Posener Rede oder die sog. Volksschädlingsverordnung von 1939 und vieles andere mehr. Eine umfangreiche Chronologie und eine gute Literaturliste runden das Werk ab, das jedem, der sich mit der Epoche befassen will, als Einstiegslektüre zu empfehlen ist. Auch für schulische Zwecke erscheint es sehr gut geeignet. Der aktuelle Forschungsstand wird gut verständlich, unkompliziert und komprimiert wiedergegeben. Die ansprechende Aufmachung, die reichhaltige Ausstattung mit zeitgenössischem Bild- und Dokumentenmaterial sowie mit modernen Grafiken ergeben einen überzeugenden Eindruck und lassen den Preis um so günstiger erscheinen. Das bestätigt auch die starke Nachfrage vor Ort, die nach kurzer Zeit bereits eine Neuauflage notwendig machte.Wer dennoch nicht zum Buch greifen möchte, sei auf die erstklassige Homepage des Dokumentationszentrums hingewiesen: www.obersalzberg.de. Hier läßt sich auch der besprochene Katalog bestellen.

Heiner Möllers,
in: Militärgeschichte. Zeitschrift für historische Bildung, hrsg. v. Militärgeschichtlichen Forschungsamt, Ausgabe 2/ 2001, 11. Jahrgang, S. 40f.

 

Der Literaturbericht Geschichte im Historischen Forum

Der Obersalzberg, Hitlers "zweiter Regierungssitz" (Geleitwort, S. 9) wurde von 1945 bis 1996 von den US-Streitkräften genutzt. Nach der Rückgabe des Geländes an den Freistaat Bayern entstand die Idee, an diesem "Täterort" keine Gedenkstelle zu errichten, sondern ein Dokumentationszentrum, das die NS-Herrschaft wissenschaftlich genau und möglichst umfassend präsentieren sollte. Dazu konnte der historische Schauplatz einbezogen werden, der in besonderer Weise das Nebeneinander, ja "die Verschränkung von biederer Normalität und monströser Abnormität" (Volker Dahm, Einleitung, S. 20) zeigt: die Umgebung von Hitlers Freizeit, in der Entscheidungen über Terror, Krieg und Massenmord erfolgten. Dafür wurde ein "historischer Lehrpfad" entwickelt, der aus einem Ausstellungspavillon, einem Teil der Bunkeranlage und dem Verbindungsgang zwischen diesen beiden Gebäuden besteht. Die neun Themenkomplexe der Ausstellung entsprechen den Kapiteln des Buches. ... Ergänzend enthält das Buch eine sehr ausführliche Chronik für die Zeit von 1919 bis 1945 (S. 448-511), bei der ein thematischer Zugriff durch eine Registerspalte erleichtert wird. Eine Bibliographie führt knapp 300 Titel auf (zitierte Werke, grundlegende und einführende Literatur). Das Buch läßt sich durch drei Register erschließen (Personen, geographisches Register, Organisationen und Institutionen). Die besondere Leistung der Autoren besteht darin, ein so breit gefächertes Thema wie die NS-Herrschaft unter zentralen Fragestellungen zusammenzufassen. Dabei sind einige Akzente auch neu, zum Beispiel die ausführlichere Berücksichtigung der Zeugen Jehovas innerhalb des Widerstandes (S. 270, 293f.) oder die Bedeutung der Emigranten für die Entwicklung Deutschlands nach 1945 (S. 279ff.). Das Buch bietet weit mehr als einen Ausstellungsführer, es ist ein fundiertes Hand- und Quellenbuch zur G. Deutschlands zwischen 1933 und 1945, das in die Bibliothek eines jeden Geschichtslehrers gehört.

Herwig Buntz,
in: Der Literaturbericht Geschichte im Historischen Forum, 2001, S. 6

 

Hoch drob'n aufm Berg

Wäre es nicht makaber, man müßte von Leselust sprechen. Zugegeben, der Band ist mit seinen fast 600 Seiten von einigem Gewicht, und er liegt, wie er sich anfühlt, als schwere Lektüre in der Hand. Aber: Das Layout ist abwechslungsreich, die Verteilung von Text und Bild leserfreundlich, die Abbildungen (zum Teil bisher kaum zugänglich) glänzend recherchiert, der Bildwechsel zwischen Farbe und Schwarzweiß sinnfällig, die Gliederung übersichtlich und Typografie sowie begleitende Grafik so reichhaltig und einleuchtend, daß man den Band auch dann noch aufschlägt, wenn man schon weiß, was alles drinsteht. [...]
Es kommt dem Band zugute, daß er als Urheber eigentlich keinen Autor herkömmlicher Art hat, sondern eine Ausstellung. "Die tödliche Utopie" ist eine Dokumentation einer geglückten Präsentation, und die im besten Sinn museumspädagogischen Neuerungen kommen dem Buch unmittelbar zugute.
Die Ausstellung und der Band beginnen also mit der landschaftlichen und touristischen Vorgeschichte des Obersalzberg. Einem kurzen Einführungstext folgt der reichhaltige Abbildungsteil zu den Themen "Sommerfrische", "Adolf Hitlers Wahlheimat", "Machtergreifung", "Sie wollen den Führer sehen" (Unterthemen "Kindliche Begeisterung", "Es ist der Führer" - über Massenwallfahrten auf den Berg), "Hitler, wie ihn keiner kennt", "Eine 'merkwürdige Leere' hinter den Kulissen" und zuletzt die "Filiale von Berlin". [...]
Den überwiegenden Teil sowohl der Ausstellung auf dem Obersalzberg wie dann auch der Dokumentation nimmt jedoch die systematische Darstellung der nationalsozialistischen Diktatur ein. Wieder steht ein kurzer Einführungstext vor jedem ausführlichen Foto- und Dokumententeil. Die Themen sind hier: "Führer" und Volk, Die Führungsgruppe, Die Volksgemeinschaft, Der Terrorapparat, Judenverfolgung und Völkermord, Widerstand und Emigration, Außenpolitik, Zweiter Weltkrieg.
Wo die Dokumentation beispielsweise auf den Antisemitismus zu sprechen kommt, wird keine Schuld oder Mitschuld bei anderen gesucht und die "Öffentlichkeit" der Grausamkeiten beim Namen genannt. [...]
In ähnlicher Weise mit oft überraschenden Bild- und Textdokumenten ausgestattet sind alle Themenbereiche des Bandes.Eine detaillierte Zeittafel von 1919 bis September 1945, ein Verzeichnis auch der neueren Literatur (ohne Nolte und Goldhagen, dafür mit Gritschneder und Kershaw) und ergiebige Register zu Personen, geographischen Namen sowie von Organisationen, Institutionen, Zeitungen, Zeitschriften, Behörden und Firmen machen den Band zu einem kleinen Nachschlagewerk über das "Dritte Reich".
Fazit: Eine für jeden Pädagogen und nicht akademisch Interessierten empfehlenswerte Materialsammlung und Orientierungshilfe.

Fritz R. Glunk,
in: Die Gazette, Nr. 29, Oktober 2000 www.gazette.de

 

Breit einsetzbares Kompendium über die nationalsozialistische Diktatur.

So wie in dem kürzlich auf dem Obersalzberg bei Berchtesgaden eröffneten Dokumentationszentrum nicht nur die Geschichte von Hitlers Refugium dargestellt ist, sondern die wichtigsten Aspekte des nationalsozialistischen Regimes in Bildern und Dokumenten eindrucksvoll ausgebreitet werden, ist auch das Begleitbuch, das ja diese Ausstellung dokumentiert, eine den aktuellen Stand der Forschung widerspiegelnde allgemein verständliche und ausgewogene Geschichte des Dritten Reiches. In eigenen Kapiteln werden von den Autoren die wichtigsten Themenbereiche wie Machtergreifung, Terror als System, Judenverfolgung, Völkermord, Widerstand, Außenpolitik und Zweiter Weltkrieg behandelt. Reiches, meist farbiges Bild- und Kartenmaterial illustriert die Beiträge dieses sehr informativen Lesebuchs über den Nationalsozialismus, das noch dazu preiswert ist. - Allen Büchereien zu empfehlen.

Hans Niedermayer,
in: Bavarica-Liste 43 vom September 2000, hrsg. v. St. Michaelsbund, München

 

Lesermeinungen

Ich kann wahrheitsgemäß sagen, daß es für mich sehr schwer war, das Buch niederzulegen, als ich es geöffnet hatte. Die Dokumentation der Schrecken des Dritten Reiches war faszinierend und in einer Art und Weise vorgeführt, die für den Betrachter sehr zugänglich ist.

Robert W. Boehme,Generalkonsul der Vereinigten Staaten in München, 6.2.2001


"Die tödliche Utopie" sollte zur Pflichtlektüre in den Schulen erhoben werden. Gegen das Vergessen.

H.Sch., Rostock, 29.8.2000


Das Buch "Die tödliche Utopie" halte ich für die am besten gelungene Zusammenfassung über den Nationalsozialismus.

H.G., Kempten, 25.10.2000


Alles in allem ein grandioses, längst überfälliges Werk, für das ich Sie beglückwünsche! Möge es der jungen Generation das, was bisher versäumt wurde, nüchtern und fundiert darzustellen, die damaligen Verhältnisse näher bringen!

Paulus Johannes Lehmann, 7.12.2000


Dieses Buch müßte Pflichtlektüre im Geschichtsunterricht aller deutschen Schulen werden.

T.J., Nürnberg, 11.9.2000


Ganz hervorragend finde ich Ihre Veröffentlichung zur Dokumentation. Der Ausstellungskatalog enthält eine kurze, anschauliche, ausgewogene, erkennbar um Objektivität bemühte Geschichte des Nationalsozialismus. Das - im übrigen sehr preisgünstige - Buch sollte von jedem an der Zeitgeschichte Interessierten gelesen werden, vor allem von Geschichtslehrern.

I.K., Ansbach, 17.7.2000


Didaktisch sehr gut gemacht, ein bemerkenswert guter Katalog (Die tödliche Utopie), den es vielleicht auch bald auf Englisch geben könnte?

M.H., Dachauer Forum (Gedenkstätten-betreuung Ehemaliges Konzentrationslager Dachau), 3.7.2000


Ich finde das Buch sehr interessant und habe es mit größtem Vergnügen in unsere Bibliothek aufgenommen. Unzweifelhaft wird es uns in den kommenden Jahren helfen, ein reiches Bild der Ereignisse der Periode 1933 - 1945 zu schildern.

F.v.d.B., Nationaal Bevrijdingsmuseum 1944 - 1945, Groesbeek, Niederlande, 16.6.2000


Very, very impressive - wish the book were also available in English

D., 5.4.2000


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26.01.2012

Begleitveranstaltung zur 6. Winterausstellung: Am Dienstag, 28. Februar 2012, 18.30 Uhr sprechen PD Dr. Johannes Hürter, Dr. Christian Hartmann und Dr. Andrea Löw zum Thema: "Wer waren die Mörder? Deutsche Verbrechen in der Sowjetunion 1941-1944. Die Verantwortung der Täter, die Sicht der Opfer". Weitere Informationen hier!

13.01.2012

Seit dem 1.1.2012 beträgt der Preis für eine Führung für eine Schüler- oder Jugendgruppe 45 statt 60 Euro! Eine Übersicht über das Bildungsangebot für Schüler finden Sie hier.

09.01.2012

Vom 21. Oktober 2011 bis 4. März 2012 zeigt die Dokumentation Obersalzberg die 6. Winterausstellung zum Thema: "Juni 1941 - Der tiefe Schnitt. 24 Biografien aus dem Krieg gegen die Sowjetunion". Flyer zum Downloaden!